Wenn Meditieren nicht helfen will...

„Ich möchte gerne ruhiger werden.“
„Ich möchte wieder gut schlafen können.“
„Ich möchte mehr über mich selbst herausfinden.“
„Ich möchte meine Berufung/Vision finden.“

So oder ähnlich klingt es, wenn ich mit Menschen zum ersten Mal darüber spreche, warum sie zu mir kommen, um Meditieren zu lernen.
Ich möchte immer wissen, warum…

Das kannst Du vielleicht nachvollziehen oder vielleicht hast Du auch einen ganz anderen, persönlichen Grund, warum Du Dir überlegt hast, mit der Meditiererei anzufangen. Ist schließlich besser, als rumzusitzen, und nichts zu tun… 😉

Aber lass mich Dir aus meiner Erfahrung dazu etwas sagen:

Ein Ziel zu haben, einen Grund zu haben ist gut.
Nur leider nicht beim Meditieren.

Warum?

Das liegt an der Sache an sich.
Meditieren soll uns in die Mitte bringen. Wir richten uns nach uns selbst aus, finden unser Zentrum. Im Idealfall erkennen wir, dass es nichts gibt, außer dem jetzigen Moment. Wir erkennen vielleicht auch, dass das, was da meditiert gar nicht wir sind, sondern nur die Persönlichkeit in einem Körper, die vom Göttlichen, vom Geist, der Macht, dem Universum … (bitte hier einsetzen, womit Du Dich am wohlsten fühlst) präsentiert wird.

Das ist aber etwas, das einfach so geschieht – oder eben auch nicht.
Wir sollten uns mit der Tatsache abfinden, dass wir beim Meditieren scheitern können. Das soll aber nicht heißen, dass wen Du heute scheiterst, dass Du morgen nicht zur Erkenntnis gelangen kannst.
Heute ist nicht gestern.
Du bist nicht wie gestern und auch noch nicht wie morgen.
Du bist nur jetzt.

Um aber zu einer Erkenntnis zu gelangen, ist es notwendig, sie nicht durch Erwartungen oder Hoffnungen oder am Ende durch Verbissenheit zu blockieren.
Denn genau das geschieht, wenn Du Dich bei Meditieren zu sehr auf Dein Ziel fokussierst.

Hast Du mal versucht, ruhig zu werden, wenn Du es zu sehr willst?
Hast Du mal versucht, einzuschlafen, wenn Du zu sehr darauf drängst?
Dann geht das Kopfkino doch erst richtig los und nichts funktionierst.

Ruhe & Frieden lassen sich nicht durch Aktivität erreichen, sondern nur durch passives Beobachten. Die Spannung muss Dich und Deinen Körper verlassen dürfen.

Akzeptiere Deine Unruhe, Deine Schlaflosigkeit, Dein Fehlen einer Vision.
Akzeptiere, dass Du Deine Berufung vielleicht noch nicht gefunden hast.
Was ist schlimm daran?

Wenn Du Deinen aktuellen Zustand vollumfänglich akzeptierst – und nur dann – bist Du in der Lage, loszulassen, zu entspannen, zu beobachten.

Atme in Deinem ganz persönlichen Rhythmus, erlaube Deinem Herzen in Deinem eigenen, ganz persönlichen Rhythmus zu schlagen und beobachte Beides.
Vergiss Deine Ziele, vergiss, warum Du meditieren wolltest.
Schränke Deine Erfahrung nicht durch Hoffnungen oder Erwartungen ein.
Lass geschehen, was geschieht.
Sei neugierig.
Beobachte.

In dieser Absichtslosigkeit wirst Du Dein Ziel erreichen.

In diesem Sinne,
Stefan

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