Time to wonder…



Ich gebe zu, so wirklich versteh‘ ich das Gewese um Silvester nicht.
Das Datum ändert sich, ok

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. Aber da Zeit eigentlich ja Illusion ist, ist das doch eigentlich völlig egal.

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Aber natürlich, diese Zeit „zwischen den Jahren“ ist auch für mich immer wieder eine schöne Möglichkeit, inne zu halten, Vergangenes zu reflektieren, das Neue Willkommen zu heissen und darüber nachzudenken, was sich im vergangenen Jahr so alles getan hat.
Also lade ich Dich ein, mal dasselbe zu tun
.
Atme doch mal tief durch, schließ die Augen für ein paar Augenblicke und lass das alles mal vor Deinem inneren Auge vorbeiziehen
. All Deine Erinnerungen an das letzte Jahr, sie haben dazu beigetragen, dass Du denkst, wie Du denkst, dass Du bist, wie Du heute bist.

Und? Bist Du zufrieden? Bist Du glücklich?
Wie denkst Du über die Zeit in der Du lebst, wie über die Welt, die Deine Heimat ist? Und wenn Du nicht zufrieden sein solltest, was bist Du bereit zu tun, damit sich das ändert?

Bist Du bereit, loszulassen, Dich dem Leben anzuvertrauen?
Willst Du mutig sein?
Willst Du zu neuen Ufern aufbrechen?
Willst Du Dich tragen lassen?
Was immer Du tust, wo immer Du bist, es braucht nur diesen einen Moment Deiner Entscheidung und der ist JETZT

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.

In diesem Sinne…

Spirituelle Arroganz & der Sinn des Lebens



Stefan0915Du kennst das vielleicht. Man sitzt in einer netten Gesprächsrunde unter mehr oder weniger Gleichgesinnten, zwitschert das eine oder andere Gläschen und dann wird es spät. Und je später der Abend, desto tiefsinniger können dann solche Gespräche werden. Schließlich fragt dann einer: „Ja, was iss’n jetzt dann der tiefere Sinn des Lebens?
schon bist Du mittendrin in der Diskussion. Manch einer wirft sich dann in die Brust und wartet mit mega abgefahrenen Erklärungen auf.
Was ich von solchen Erklärungen halte, und warum ich viele davon schlicht für „spirituelles Arroganz“ halte, dazu mehr im heutigen Artikel.

Meine Auffassung

Ich hau’s gleich mal zu Anfang raus, was ich für den sinn des Lebens halte:
Für mich ist der Sinn des Lebens das Leben selbst.
Nicht mehr, nicht weniger.
Kein Gedöns, kein Auftrag, nicht einmal eine Berufung.
Schlicht das Leben selbst zu meistern,
mich selbst zu meistern,
anzunehmen wer und was ich bin und danach zu leben, so gut ich es vermag.

Keine Konzepte, keine Erleuchtung, kein Erwachen, was mir von irgend jemandem attestiert wird

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.
Kein Heiliger Gral, keine Engel, keine aufgestiegenen Meister können mir den sinn des Lebens schenken. Nur ich kann meinem Leben den Sinn geben, den ich für mich als richtig anerkenne.

Wenn ich erkenne, dass da etwas in mir ist, das sich entwickeln möchte, das erkannt werden möchte und zur Entfaltung gebracht werden möchte, dann hurra! Das finde ich schön und dann, bitte, gib diesem Drängen nach.

Aber was ist mit den Menschen, die diesen Drang nicht verspüren?
Was ist mit Kevin und Chantalle, die mit ihrer 2 1/2 Zimmerwohnung im Plattenbau völlig zufrieden sind? Die zufrieden sind, ihrer Arbeit nachzugehen, den kleinen Norman und die kleine Marie großzuziehen, sich von Tiefkühlpizza ernähren und abends bei RTL2 sich über Frauentausch zu amüsieren. (Du merkst hoffentlich, dass ich hier mit Klischées spiele!)

Hat unsere kleine Modellfamilie den Sinn des Lebens verratzt?

Was ist mit dem Reisbauern in China, der jeden Tag viele Stunden arbeitet, um seine Familie gerade eben mal so durchzubringen auf einem Stück Land, das ihm von der Regierung zugewiesen wurde. Der abends erschöpft auf seine Matratze fällt und gar keine Zeit hat, sich über einen tieferen Sinn seines Lebens Gedanken zu machen, der aber seine Frau und Kinder von Herzen liebt und von ihnen ebenso geliebt wird, und der so zufrieden ist. Was ist mit ihm. Sagt ihm am Ende seines Lebens das Universum: „Mein lieber Freund, das war nix
. Setzen, sechs! Das musst Du wohl nochmal machen!“?

Und gehen wir noch einen Schritt weiter:
Was ist mit Nachbars Lumpi, der fröhlich kläffend jeden Morgen über die Wiese tollt und Schmetterlinge jagt.
Was ist mit dem Baum, der jedes Frühjahr neue Knospen treibt, blüht, uns seine reifen Früchte schenkt und im Sommer Schatten spendet?
Ist deren Existenz am ende völlig SINNlos?

Besonders in spirituellen und/oder esoterischen Kreisen steht die Sinnsuche ja ganz oben auf dem Programm. Sie ist der Grund, warum wir viel Zeit und oft auch noch viel mehr Geld investieren, um eben diesem Sinn näher zu kommen. In welche Fallstricke man sich da verheddern kann will ich heute mal außen vor lassen, das kannst Du in meinen anderen Artikeln gerne nachlesen.
Und schlussendlich ist das ja auch jedem sein Ding und wenn’s ihn oder sie glücklich macht…

Spirituelles Ego

Was mir aber gehörig auf die Zwiebel geht, sind Menschen, die die Nase rümpfen über Kevin und Chantalle oder unseren Reisbauern, weil sie doch so offensichtlich keinen Bock auf Entwicklung haben. Da erhebt man sich über seine Mitmenschen, weil man ja dieses oder jenes Seminar schon besucht hat
. Man zieht in gespieltem Erstaunen die Augenbrauen hoch, weil man ja so gar nicht verstehen kann, wie man so oder so oder so leben kann.

Das ist für mich spirituelles Ego oder schlicht Arroganz. Ja, vielleicht sogar Ignoranz.

Wir halten uns für besser, für „größer“ und weiter, weil wir vielleicht schon mal was von Robert Betz gelesen haben, einmal die Woche ins Yoga gehen und im Supermarkt zu den Bioprodukten greifen.
Wir halten uns für quasi erleuchtet, weil wir schon mal auf einem Meditationskissen gesessen haben und bei uns zu Hause ein Aum-Zeichen über der Eingangstüre hängt.
Wir glauben, das Göttliche ließe sich messen, in Fläschchen füllen und um den Hals hängen. Wir glauben, erwacht zu sein, weil wir ein paar CDs gehört haben, auf denen man so um die Ecke gelabert wird, dass man hinten nicht mehr weiss, was vorne war.
Wir glauben, wenn wir nur genug Geld in Workshops und Hilfsmittel investieren, dann sind wir auf dem richtigen Weg, dann müssen wir den Sinn des Lebens ja finden
.

Warum, frage ich mich, fallen dann auch die Menschen, die seit Jahren spirituell unterwegs sind, sinnentleert ins Burnout?

Es steht sicher jedem frei, die Lebensentwürfe der anderen für sich zu prüfen und zu erkennen, ob das was ist, was man sich für sich selber eventuell auch vorstellen kann.
Was uns aber nicht zusteht – meiner Meinung nach – ist jemanden zu VERurteilen, weil er oder sie halt nicht „auf dem Weg“ ist, wie wir finden.

Ein berühmtes Sprichwort sagt: Der Weg ist das Ziel.
Ich möchte hier noch einen Schritt weiter gehen. Ich behaupte: DU bist der Weg.
Und zwar Dein eigener. Und nur Du kannst diesen Weg gehen.

Wie spirituell dieser Weg ist, wer mag das beurteilen? Ein erfülltes, glückliches Leben, das nie den Kontakt zu Engeln oder Meistern kannte, aber wohl Freude, die Liebe zu anderen, zur Natur, zu sich selbst

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. Hat dieses Leben seinen tieferen Sinn verfehlt?
Oder wird uns nur immer brav eingeredet, dass das Leben einen tieferen Sinn hat, damit wir unseren Geldbeutel öffnen um bei Guru A oder Meister B ein Selbsterfahrungsseminar zu machen?

Könnte es am Ende reichen, auf dem Gipfel eines Berges oder am Strand eines Meeres oder auch „nur“ zu Hause auf dem Sofa zu sitzen und glücklich zu sein, dass man lebt, dass man IST?
Ist das Selbst, das es zu erkennen gibt, möglicherweise völlig zufrieden damit, sich schlicht entfalten zu dürfen und stehen wir ihm mit unseren ganzen Gedanken und Konzepten einfach nur blöd im Weg herum? Ich glaube schon…

In diesem Sinne…