Planet der Auserwählten


Bringer of LightPotzblitz, da wäre es doch beinah passiert! Fast hätte ich zu den Auserwählten gehört. Sowas aber auch. Dass ich das abgelehnt habe…

Wie das kam? Ach das war ganz einfach. Ein Bekannter hat erzählt, dass ein bekannter spiritueller Lehrer 450 Auserwählte sucht, mit denen er hier in Österreich (oder war’s nur die Steiermark?) ein „Lichtprojekt“ starten will – quasi eine Lichtsäule stellen (wofür eigentlich?) und es braucht 450 Menschen, die diese Lichtsäule stabilisieren. Er – der Lehrer – selber stellt auch hin und wieder eine, die bleibt aber dann für immer verankert. Nur wir kleinen Lichter, wir müssen schon zu 450 sein, sonst hält sie nicht. Selbstredend wären da schon noch Kurse zu absolvieren, Bücher & CDs zu kaufen, lalalala….

Ich will mich auch gar nicht darüber auslassen, wie doof ich das finde. Auch nicht, wie ich mich über so einen Schmafu aufregen könnte, nein, ist ja schließlich jedem sein Privatvergnügen und ich will auch nicht immer schimpfen. Für mich hat sich aber mal wieder die Frage gestellt, wie das nun ist, mit dem Auserwähltsein?!

Wer ist denn nun auserwählt? Wer bestimmt das?

Kommt da tatsächlich ein Licht vom Himmel und eine tiefe Stimme sagt zu mir: „Stefan Du alter Stänkerer, es braucht mehr Punk unter den Auserwählten; also leg los!“?
Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, aber wer weiß?!

Ich hab dazu ja meine eigene Theorie: Was, wenn wir selber entschieden, ob wir „auserwählt“ sind?
Ich mein, mal ehrlich, wer von denen, die wir so im allgemeinen als „auserwählt“ betrachten, hat das denn jemals von sich selbst gesagt? Selbst der liebe Herr Jesus hat das nie von sich behauptet, im Gegenteil
. Soweit ich weiß, wird ihm ein Zitat nachgesagt, in dem er sagt: „Wenn Du mich für etwas Besonderes hältst, hast Du mich nicht verstanden!“ – Wer Ohren hat zu hören, der höre, kann ich da nur sagen.

Ist es nicht immer wieder unser Ego, das von solchen Dingen wie Auserwähltsein angezogen wird. Verschafft es nicht einfach unserem Ego nur tiefe Befriedigung, wenn man uns sagt: Du bist auserwählt (sprich: Du bist was Besonderes, Du bist sooo toll, das haben sogar die Engel erkannt etc.pp.)?! Klar, es ist ja auch vielleicht öde, im Supermarkt an der Kasse zu sitzen oder im Autohaus Gebrauchtwagen zu verscherbeln
. Ein Bisschen was muss das Leben schon bieten. Und irgendwo tief in uns haben wir es doch schon immer gewusst, oder?!

Ich glaube, dass die wirklich Auserwählten sich nicht als solche betrachten. Ich glaube, sie verrichten ihre Arbeit, lehren ihre Lehren in Demut und in der festen Gewissheit, dass es richtig ist, was sie tun. Sie tun es meist in der Stille, sie sind lebende Beispiele und rücken sich nicht allzusehr ins Scheinwerferlicht.
Klar, heute heißt es „Bescheidenheit ist eine Zier, weiter kommt man ohne ihr…“ Und viele der sogenannten spirituellen Lehrer hauen dermassen auf den Putz! Was die nicht alles können! Karmaauflösung beim Spaziergang, Dich zum Engelmedium machen (musst halt das Kartenset und die Essenzen vorher kaufen) und, und, und..

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. Wow! Und jedes „Wunder“ wird dann, dank Social Media , dann auch medienwirksam vermarktet! Ich komm mir manchmal vor wie im wilden Westen, wo Quacksalber Pferdepisse als Wundermedizin verkauft haben.

Für mich steht fest:

Wir können alle auserwählt sein – oder eben nicht! Es geht darum, seinen göttlichen Kern (anzu-)erkennen. Wenn ich in mir wirkliche Selbsterkenntnis erreiche, wirklich erkenne, wer & was ich tatsächlich bin, dann bin ich auserwählt, denn dann schließt sich der Kreis. Wieso? Na wenn Du göttlichen Ursprungs bist und Gott sozusagen auserwählt, dann erwählen wir uns doch alle selbst, oder? Ein herrliches Bild: Ein ganzer Planet voller Auserwählter! Blöd nur, dass wenn alle auserwählt sind, so manche ihren VIP-Status verlieren. Potzblitz!

Medien: Geil?!


alienEigentlich hätte ich diesen Beitrag auch unter meiner Hauptseite „Lebe authentisch!“ posten können, aber da es um ein Thema geht, das doch eher im Esoterischen zu Hause ist, hab ich gedacht: Poste ich es hier.

Ich schreibe diesen Artikel aus aktuellem Anlass, weil mir die gleich geschilderte Geschichte so vorgestern passiert ist:

Ich war bei Facebook bei einer Gruppe, bei der sich Menschen austauschen, die sich für Sternengeborene halten, die Kontakt zu außerirdischen Zivilisationen zu unterhalten glauben oder, die sich schlicht – wie ich – dafür interessieren, ob es mehr da draußen gibt, als nur einen Haufen Sterne.

Meine Oma hat schon immer gesagt: „Der Garten Gottes bietet Platz für allerlei verschiedenes Getier, auch seltsames!“ Danke Oma, seit vorgestern kenn ich eins mehr!

In besagter Gruppe ist es wie in vielen esoterischen Foren, es wird gechannelt, was die Zirbeldrüse hergibt und jeder postet dann natürlich auch, was er/sie dann an Botschaften empfängt als die absolute Wahrheit. Kritik unerwünscht. Es wird wild ins Universum gehorcht, man ist der festen Überzeugung, dass die Stimme im Kopf ganz sicher auch von E.T. ist und nicht möglicherweise auch das Resultat eines zutiefst übersteigerten Egos oder die Projektion eigener Wunschvorstellungen – no way!

Lassen wir mal eben angeführte Möglichkeit beiseite und unterstellen wir mal wirklich, dass Kontakt zu E.T. oder anderen Wesen besteht, dann bleibt für mich doch immer noch die Frage offen, was für Wesen da gechannelt werden. Sind die uns denn wirklich tatsächlich alle wohlgesonnen? Kann es nicht vielleicht auch sein, dass sich ein paar sehr erdgebundene „Geister“ einen Spaß mit den jeweiligen „Medien“ machen und sie auf Deutsch gesagt verarschen?

Vorgestern gab wieder jemand sein sogenanntes „Channeling“ zum Besten, das wieder eine beliebig austauschbare Botschaft enthielt, die uns Menschen beruhigen will, dass die „bösen“ Kräfte der… (hier jetzt bitte eine beliebige Verschwörungstheorie einsetzen) zwar die letzten Kräfte mobilisiere, um die Menschheit endgültig zu unterjochen, aber Millionen galaktischer Helfer stünden parat, um eben dieses zu verhindern….blablabla…

Normalerweise lese ich sowas schon gar nicht mehr, aber warum auch immer, das hab ich gelesen. Kritisch wie ich nunmal bin, habe ich mir erlaubt, die Frage zu stellen, ob es denn nicht auch sein könne, dass diese Botschaft vielleicht von eben den „Bösen“ kommen könnte, die hier angeblich aufgehalten würden, und die uns Leser schlicht einlullen wollen, die Hände in den Schoß zu legen, brav alles abzunicken und alle lieb zu haben, damit alles beim Alten bleibt und weiter alles den Bach runter gehen kann? Seit ich diese Frage gepostet habe, weiß ich, was ein Shitstorm ist… Au weia!

Der Verfasser des „Channelings“ griff mich persönlich an, beschimpfte mich als miesepetrigen Idioten, der zu blöd sei, zu kapieren, dass man schlicht positiv denken und lieben müsse und dann wird schon alles gut. Aha! Na dann… Auf die Frage, ob sein unflätiges Benehmen und seine Beschimpfungen denn seiner Auffassung von „Liebe“ entsprächen, wurde ich dann blockiert. So viel dazu! Kritik ist eben unerwünscht.

Aber es sind solche Reaktionen, die für mich ganz klar bezeugen, dass hier mitnichten lichtvolle Wesenheiten ihre Finger im Spiel haben.

Seit über 20 jahren beschäftige ich mich nun schon mit solchen Themen und ich gebe offen zu, auch ich bin schon auf selbsternannte Medien und Sprachrohre der Esoszene hereingefallen, habe geglaubt, was mir vorgesetzt wurde, obwohl ich mich schon immer als einen kritischen Beobachter empfunden habe. Vor ca. zwei Jahren aber setzte bei mir ein Prozess ein, den ich ohne Weiteres als Erwachen bezeichnen würde. Dieser Prozess hat mich komplett zurück geworfen in die distanzierte Rolle des Beobachters. Und ich habe Folgendes dabei festgestellt:

Die Versprechungen und Ankündigungen, die von den meisten Medien schon seit über 30 Jahren propagiert werden, kann man doch inzwischen auf einige wenige Sätze zusammenfassen:

  • Du bist ein geistiges Wesen, das eine menschliche Erfahrung macht
  • Du bist unermesslich geliebt
  • Mach Dir keine Sorgen
  • Bleib in der Liebe, dann wirst Du von E.T., den Engeln, den Meistern oder wem auch immer bald gerettet.
  • Der „Aufstieg“ der Erde steht kurz bevor (immerhin schon seit über 30 Jahren. Vielleicht hab ich die falsche Vorstellung von „kurz“)
  • Der Himmel auf Erden steht kurz bevor (s.o.)
  • Wenn wir aufgestiegen sind, können wir wieder alles, wovon wir jeh geträumt haben…

Zusammenfassend: Sei brav, meditiere, leg die Hände in den Schoß und liebe, dann wird alles gut!

Gerechtfertigt wird das ganze dann natürlich – „the Secret“ sei Dank – mit dem Resonanzgesetz, nach dem ja genau das in Deinem Leben eintrifft, was Du denkst. Also bitte, bitte, konzentrier Dich auf das Schöne und Gute und den Frieden und die rosa Blümchen und die Seifenblasen…

An alle erfolglosen „Erfolgreich Wünscher“, „Beimuniversumbesteller“ und „Anziehungsgesetzesvertreter“: So läuft das nicht!

Unser Universum basiert auf Harmonie. Und die widerum basiert auf Ausgleich. Wenn wir vom Universum irgendwo etwas bekommen, muss an einer anderen Stelle auch Energie fließen, damit die Harmonie wieder hergestellt wird. Wenn bei uns das Auto, das Haus, der Wunschpartner oder auch nur ein Lutscher vor der Tür stehen oder liegen soll, muss vorher was passieren. Es muss ein Ausgleich her. Also Augen auf! Ohne Einsatz kein Gewinn!

Und so ist es auch mit einem etwaigen Aufstieg in die fünfte Dimension oder auch nur einer Veränderung unserer Gesellschaft, was ich schwer in Ordnung und notwendig finde. Ohne, dass wir uns nicht bewegen, ohne, dass wir uns nicht bereit zeigen, uns selbst zu verändern, passiert im Außen gar nichts. Nada! Da können wir jetzt gerne den berühmten und so oft strapazierten Satz zitieren: „Wie im Innen, also auch im Außen!“ Wenn wir einen Aufstieg wollen,  müssen erst einmal wir selbst „aufsteigen“. Wir müssen die Veränderung sein, die wir uns für diesen Planeten wünschen
. Dazu müssen wir aber den Finger aus dem Schwarzwald nehmen und ins Tun kommen. Nur „lieben“ ist zu wenig. Insbesondere, wenn diese Liebe dann nicht einmal dazu reicht, einen andersdenkenden Mitmenschen zu akzeptieren
. Wenn Frieden im Außen herrschen soll, müssen wir ihn in uns selbst finden. Das geht nur in den seltensten Fällen ohne ernsthafte Auseinandersetzung mit uns selbst ab.

Wer weiterhin seine Lebenszeit hier auf diesem Planeten dazu benutzen möchte, auf E.T. oder sonst wen zu warten, damit er/sie dann mit einem Raumschiff abgeholt werden möge, bitteschön, nichts dagegen. Aber wieso sollte eine hochentwickelte Zivilisation uns Menschen retten, wenn sie sehen, was wir mit unserem Heimatplaneten angestellt haben? Würden sie vielleicht nicht erst einmal abwarten und sehen, ob wir Menschen die Bereitschaft zeigen, uns zu ändern, an unserem Bewusstsein zu arbeiten? Sind nicht genau dazu die verschiedensten Lehrer über die Erde gewandelt? Und? Wo stehen wir? In der Warteposition auf E.T. oder packen wir’s an? Hören wir auf, immer beim anderen in der Nase zu popeln und setzen wir uns mit uns selbst auseinander? Wollen wir weiterhin auf das einlullende Gelaber selbsternannter „Sprachrohre“ hören oder benutzen wir unsere Ohren und hören wir selbst auf das, was in uns ist. Hören wir auf diesen Funken in uns, der uns sagt, dass wir alle Möglichkeiten in uns tragen? IN uns. Da kommt nichts von außen. Unsere eigene, persönliche Entwicklung ist entscheidend

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. Wir können das Zünglein an der Waage sein. Aber das müssen wir wollen. Dafür müssen wir aber die Verantwortung für uns selbst übernehmen, statt sie an Gurus oder Medien abzugeben.

Hokus Pokus & Meerschweinchen


MeerschweinchenGestern las ich in der hiesigen Lokalpresse einen Artikel über eine moderne Hexe. Heute früh dann auf facebook einen wunderbaren Beitrag von Susanne Hühn. Das hat dazu geführt, einen Artikel zu schreiben, den ich schon länger in mir bewege.

Ich sage es gleich vorweg: vielleicht fühlt sich jemand von meiner Sichtweise auf den Schlips getreten, vielleicht kostet mich dieser Artikel einige „Freundschaften“ auf Facebook, aber wisst Ihr was? So be it!

Es liegt mir sicher fern, jemandem zu nahe treten zu wollen, oder jemanden zu verletzen. Folgendes Thema bewegt mich schon eine ganze Zeit lang. Ich bin mir durchaus bewusst, dass jeder seinen eigenen, persönlichen Weg geht und das ist auch gut so. Trotzdem möchte ich heute mal das eine oder andere loswerden, was mir aufgefallen ist:

Wie gesagt, gestern las ich den Artikel über eine moderne Hexe hier in Graz, die in ihrem Hauptberuf Steuerberaterin ist. Sie erzählt darin freimütig über ihre Rituale und ihre Sicht der Dinge. Liebeszauber, Geld“magie“, sucht es Euch aus.

Ich gebe ganz ehrlich zu, für mich ist das Hokus Pokus. Das hat für mich mit Magie nichts zu tun. Hier werden alte Rituale in neues Gewand gekleidet und den zahlungswilligen Klienten verkauft. Braucht es das im 21sten Jahrhundert? Sind wir da nicht schon weiter?

Braucht es Budenzauber, Hokus Pokus und eine Show, damit der Klient einen Hauch der anderen Seite spürt?

In die gleiche Kerbe hauen für mich auch sogenannte Medien, die Symbole, Kristalle oder ähnliches  „channeln“, die angeblich die Energie von Engeln, aufgestiegenen Meistern oder anderer Wesenheiten tragen.

Meist sehen diese „Symbole“ aus, als wäre ein Meerschweinchen mit Durchfall übers Papier gelaufen und hätte hier und da was „verloren“. Und das soll dann den Menschen mit dem Kosmos verbinden und ihm den Zugang zur Geistigen Welt ermöglichen. Zu Hauf werden Kartendecks, Anhänger etc. mit diesen Dingen verkauft. Sicher, jetzt wird die Masse der Käufer aufschreien und sagen: „Ja, aber ich spür doch, dass da was passiert. Ich spür doch die Energie!“

Ich möchte hier jetzt auch gar nicht darauf eingehen, welchen Wesenheiten und Kräften hiermit möglicherweise Türen in unsere Welt und viel schlimmer noch, zu uns geöffnet werden

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.

Ich will auch gar nicht bestreiten, dass wirklich Energien fließen, aber wissen wir wirklich, was genau das für eine Energie ist, die wir da spüren? Es wird halt mal angenommen, dass es die Energie des Erzengels sein muss, der da „rüber“ kommt, schließlich hat man den Anhänger etc. ja von einem anerkannten „Medium“. Aha! Und woher weiß es das „Medium“? Heutzutage channelt doch jeder, der in der Eso-Szene etwas auf sich hält, Botschaften aus der geistigen Welt. Da wird dann munter in den Kosmos gehorcht, irgendwer wird sich dann schon melden. Dann muss man das Ganze nur noch medienwirksam (hübsches Wortspiel übrigens…) verpacken und aufbereiten und schon liegt einem die hungernde Masse zu Füßen.

Zum Kotzen! Sorry!

Was übrigens nicht heißen soll, es gäbe nicht auch Medien, die wirklich einen Kontakt zur Göttlichkeit herstellen können.

Wir leben offenbar in einer Zeit, wie vor 100 Jahren, als in Hinterzimmern magische Zirkel unterwegs waren, um Wesenheiten anzurufen, die man sich dann zu Diensten machen wollte, um seine persönlichen Bwdürfnisse nach Reichtum und Macht zu befriedigen. Es erinnert mich an die Zeit, in der auf einem Jahrmarkt, Madame XY in ihrem Zelt mit einer Kristallkugel die Zukunft vorausgesagt hat oder bei gelangweilten Damen der Gesellschaft Seancen abgehalten wurden, um die Oma im Jenseits zu fragen, ob sie vielleicht nicht doch noch irgendwo Juwelen versteckt hat, die man noch nicht gefunden hat.

Für mich erklären sich solche Phänomene damit, dass unserer Gesellschaft, unserem Leben der Zauber fehlt. Wir haben verlernt, den Zauber, die Magie des Augenblicks zu erkennen. Der Zauber, der entstehen kann, wenn wir einer Pusteblume im Wind zusehen, wie die einzelnen „Fallschirmchen“ davongetragen werden. Dem Zauber einer Seifenblase, dem Lachen eines Kindes, dem Klang der Musik… Wir sind leer. Nein, wir sind nicht leer, wir sind voll! Voll mit Ängsten, Gedanken und Ideen, die uns sagen, dass wir klein und unbedeutend sind.

Daher brauchen wir jemanden, der uns durch eine „höhere Instanz“ sagt, dass wir göttlich sind und sozusagen im Auftrag des Herrn unterwegs. Wir sind nicht zufrieden, mit dem, was wir sind, wollen „mehr“ sein. Also lassen wir uns einen anderen Namen channeln, ein Symbol, das uns beweist, wie besonders wir eigentlich sind. Doch führt das zu echter Selbsterkenntnis? Führt es wirklich dazu, dass wir uns selbst (an-)erkennen? So mit unseren ganzen Schwächen und Macken, mit unseren Höhen und Tiefen? Wissen wir tatsächlich wer wir wirklich sind? Oder wird durch solche Hilfsmittel nicht doch nur unser Ego gefüttert, das sich an die Hoffnung klammert, nicht zu dem Werkzeug „degradiert“ zu werden, das es ist. Vorausgesetzt, wir wollen uns wirklich selbst erkennen…

Ich war an so vielen Treffen, Seminaren oder Workshops mit ganz vielen tollen Menschen. Oft habe ich gedacht, „Wow, das wird bestimmt toll, hier wollen die Menschen bestimmt an sich arbeiten:“ – Pustekuchen! Du öffnest die Tür und alles, was Dir entgegenschwappt, ist eine Welle der Bedürftigkeit. Die Menschen hungern nach Erkenntnis, nach Frieden und Liebe, aber erwarten all dies, von dem Menschen, zu dem sie ins Seminar gehen, anstatt es in sich selbst zu suchen.

Und der Lehrer, Guru, Trainer wird einen Teufel tun, sie davon abzuhalten, schließlich wird er ja seine Melkkuh nicht schlachten…

Ich habe es an dieser Stelle schon mal erwähnt: Schon über dem Eingang zum Orakel von Delphi standen die Worte: „Erkenne Dich selbst!“ Auch das Orakel war nur eine Hilfestellung, die Dich dazu aufgerufen hat, Dich mit Dir selbst zu beschäftigen.

Wenn wir Menschen nicht begreifen, dass wir das Göttliche niemals im Außen finden werden, sondern ausschließlich in uns selbst, so lange ist Hokus Pokus und Scharlatanerie Tür und Tor geöffnet. Solange wir glaube, dass sich auf dem Papier kräuselnde WÜrmchen Symbole für die Kräfte der Engel sind, solange, glaube ich, sind wir in die falsche Richtung unterwegs. Solange bewegen wir uns nämlich im Außen, nicht im Innen
. Und nur im Innen liegt unser Potenzial!

In alter Zeit, als Wege wie Tarot, Kabbalah, westliche wie östliche Mysterien noch jung waren, als Symbole und Schlüssel wie die Blume des Lebens noch „jung“ waren, wurden diese Wege ausschließlich zur Selbsterkenntnis genutzt. Der Mensch wollte sich Gott nähern, indem er ihn in sich selbst suchte. Wenn wir uns diese Symbole betrachten, dann wohnt ihnen immer eine wunderbare, ja, heilige Geometrie, Symmetrie, Harmonie inne. Und doch sind auch das nur Symbole, die uns etwas sagen wollen. Sie rufen uns auf, in uns selbst zu suchen, dort fündig zu werden. „Wie im innen, so im außen.“

Wir können noch so viele Kärtchen-Spiele bei Facebook mitspielen, ja, die sind lustig, aber echte Erkenntnis werden wir nie daraus ziehen können, wenn wir sie nicht reflektieren, in uns bewegen. Ja, Selbsterkenntnis ist Arbeit. Wir müssen sie wirklich wollen. Wir müssen auch bereit sein, auf dem Weg dorthin vielleicht Dinge über uns zu erfahren, die uns traurig machen, oder wütend. Wir können alten Wunden begegnen, die wir für verheilt hielten, die aber immer noch da sind. Sabine Hühn schrieb es heut sehr treffend: Wir müssen noch tiefer gehen. Ich kann dem nur zustimmen. Es nützt nichts, wenn wir in hohen Gefilden suchen, dort herumschweben und den Kontakt zur Erde und damit uns selbst verlieren. Wir müssen lernen hier zu sein, im HIER & JETZT
. Alles andere ist Ablenkung, unecht und führt uns nur von uns selbst immer weiter weg…