Marktschreier & Dampflaudereien der Esoterikszene


IStefan Trumpfrgendwie fällt mir die Schreiberei zur Zeit etwas schwer… Zumindest, was spirituelle Themen angeht. Schuld daran ist eine gewisse Ermüdung, einhergehend mit – und da bin ich ganz ehrlich – einer gewissen Frustration. Woher die kommt? Das erzähl ich Dir heute:

Es ist sicher nix Neues für Dich, wenn ich Dir sage: Die Esoterik boomt. Noch nie war der Wunsch nach Selbsterkenntnis und der Ruf nach alternativen Lebensmodellen so deutlich vernehmbar wie heutzutage. Und ich finde das nur allzu verständlich, lässt einen doch der Alltag oft mit Sprachlosigkeit, Wut oder blankem Entsetzen zurück, wenn wir uns – dank Social Media – mit Krieg, Misshandlungen, Lügen, Chamtrails und vielen anderen Dingen konfrontiert sehen, die einem sein Weltbild schon mal gehörig durcheinander schütteln können.

Aber das ist es nicht, was mich frustriert. Nee, es ist etwas Anderes:

Wenn die Menschen doch nach Selbsterkenntnis streben, warum sind sie dann nicht bereit, sich von dem zu verabschieden, was sie an der Erkenntnis ihres Selbst hindert? Sind sie bereit, sich wirklich mit sich, ihren Tiefen und Untiefen, ihren Schatten und ihren Traumata auseinander zu setzen? Sind sie bereit, anzuerkennen, dass sie hier und JETZT leben und mit eben diesem Leben, das sie führen irgendwie klar kommen sollten?

Mein Eindruck? Nö! In der Regel nicht.

Munter folgen sie den Dampfplaudereien der esoterischen Marktschreier, die oft keine Ahnung haben – und davon jede Menge! Da wird in Kurse und Zirkel gerannt, die von Leuten abgehalten werden, die mal eben im Instantverfahren von der Geistigen Welt wachgeküsst worden sein wollen. Es wird laut proklamiert, man handle und lehre in der Tradition von Maria Magdalena, Jesus oder sonst einer Meisterseele. Schaut man aber genauer hin kann man nur den Kopfschütteln, ob der teilweise – sorry! – strunzdummen Aussagen, die da gemacht werden.

Munter werden Einweihungen vorgenommen, ohne überhaupt zu wissen, was Einweihung überhaupt bedeutet

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. Und die Schäfchen lassen sich in ALLES einweihen, was sich für Geld bezahlen lässt. Man sammelt Einweihungen wie Briefmarken und galubt, damit Wissen, Befugnis und/oder Kompetenz erlangt zu haben
.

Boah! Wacht auf!

Es gibt so viele gute Lehrer im spirituellen Bereich. Man erkennt sie daran, dass sie Dir nichts versprechen! Sie öffnen Dir Türen, begleiten Dich, aber legen höchsten Wert darauf, dass die Erkenntnis in Dir reift. Sie setzen Impulse, aber binden Dich nicht in sektenartige Strukturen ein, um Dir regelmäßig die Kohle aus der Tasche zu ziehen. Sie schulen Deine Intuition und eines ihrer Ziele ist es, sich selbst für Dich überflüssig zu machen. Und noch was: Sie mögen öffentlich auftreten, sie mögen Werbung für sich machen und auch Geld für ihre Coachings, Sitzungen etc. verlangen, aber sie tun es angenehm still.

So nicht:

Da gibt es keine 5-minütigen Selfie-Videos in denen man sich selbst über den Klee lobt und in salbungsvoller Stimme über die „Erfolge“ des letzten Wochenendseminars palavern muss, dass einem der Zuckerguss aus den Boxen tropft. Da wird sich nicht auf die Geistige Welt berufen oder angebliche Träume und Botschaften von Entitäten, von denen man wirklich nie genau wissen kann, wo die gerade hergekommen sind. Diese Lehrer reden sich auch nicht auf angebliche Inkarnationen als grosse Zampanos in eine der vergangenen Zeitepochen hinaus, wenn es um die Frage ihrer Kompetenz geht. Diese Lehrer sind sich ihres Hier & Jetzt sehr bewusst.

Und es gibt ganz sicher etwas, was diese Lehrer ebenso vermeiden: Sie stehlen nicht!

Ja, ich weiss, Wissen gehört allen. Oder zumindest sollte es so sein. Die Wahrheit – und ist sie noch so an eine Perspektive gebunden – gehört auch allen und sollte wirklich allen zugänglich sein. Aber ist es wirklich in Ordnung, bei anderen zu klauen? Ja, vielleicht liest Du das jetzt gerade, Dich meine ich! Findest Du es in Ordnung Formulierungen, Inhalte und Ideen anderer einfach zu kopieren und dann als Deine eigenen Ideen zu verkaufen? Oh, da schreibt einer über männliche Spiritualität und *zack!* macht jemand das selbe und „weiht“ dabei in die Magie des Männlichen „ein“. Oh, da schreibt jemand über die Magie im Alltag und *zack* werden Formulierungen etc. einfach übernommen und für sein eigenes Ding verwurstet. Und das soll dann spirituell sein?

Weisheit kommt von „Wissen“!

Wir leben in einer Zeit in der Information frei fließen kann und gerne auch soll, keine Frage. Aber es kotzt mich an, wenn ich sehe, wie Menschen ihr Herzblut, ihre Zeit und ihre Energie in Jahre der Ausbildung stecken, wie sie Wege für sich finden, Wissen mehren, aus dem langsam im Laufe der Zeit durch persönliche Reife und viel eigenes Erleben und Tun dann Weisheit wird, die sie dann auch gerne weitergeben, nur um festzustellen, dass jemand, der sich das alles offensichtlich nicht antun will, aber gerne Kohle machen möchte, die Abkürzung nimmt, und bei anderen abschreibt/klaut! (Gerne den Satz nochmal lesen, ich weiss, der war jetzt arg lang! 😉 )

EntwicklungWir alle übernehmen Wissen, wir alle lernen bei oder von jemandem. Ist es zuviel verlangt, seine Quellen zu nennen? Ist tatsächlich heutzutage das Kopieren eine Form der Anerkennung mit der ich mich begnügen muss? Muss ich mich wirklich mit meinem Wissen und meiner Weisheit wieder in geheime Zirkel zurückziehen, damit ich gewährleisten kann, dass das Wissen nicht verwässert und/oder verfälscht weitergegeben wird, an Menschen, denen wirkliche ENTwicklung schlicht zu anstrengend ist, und die sich lieber ihr Ego füttern lassen?

Wo sind Demut und Dankbarkeit bei diesen Marktschreiern und Dampfplauderern, wo echte Liebe?

Ich wollte aufhören, ständig nur die Esoszene an den Pranger zu stellen, wollte mal was Konstruktives machen und zum Nachdenken anregen. Hab ich sicher auch geschafft, aber worauf ich echt keinen Bock habe, ist für andere die Arbeit zu machen, nur damit die fett absahnen oder sich von ihren Schäfchen beweihräuchern lassen können
.

So, jetzt wisst Ihr’s! Das ist einer der Gründe für meine Frustration und mein längeres Schweigen auf diesem Kanal…

Einfach nur hier sitzen…


Sicher fragst Du Dich, was ausgerechnet Loriots grenzgenialer Clip „Feierabend“ mit spirituellem Punk zu tun hat. Eigentlich ist das ganz einfach:

Vor ein paar Tagen war es fast schon Weihnachten und ich hatte mir fest vorgenommen, einen Artikel zu den Raunächten aus männlicher Sicht zu schreiben. Kompetenteste Damen schreiben ja schon sehr ausführlich darüber, aber wie bei vielen spirituellen Themen ist der männliche Anteil der Aktiven äußerst überschaubar. Aber egal, darum geht’s nun heute nicht, denn meine Gesundheit hatte mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ich hatte einen ganz bösen Männerschnupfen (die Damen in meiner Leserschaft wissen, wovon ich rede), im Duett mit einem bösartigen Husten. Ihr seht, ich bin der Intensivstation nur knapp entkommen. 😉 Jedanfalls war an Schreiben nicht zu denken, denn schon Denken fiel mir schwer. Und nun ist der Zug der Raunächte ja in voller Fahrt und da brauch ich nicht hinterherkommen wie die alte Fasnacht… Vielleicht nächstes Jahr.

Was allerdings passiert, wenn man(n) so krank ist, weiss ja jeder. Man(n) – in diesem Falle ich –  leidet so ganz leise vor sich hin… Mir war also nicht nach irgendwas auch nur zumute und so sass ich im heiligen Lesesessel von Susanne an unserem Orchideenfenster und starrte vor mich hin. Ähnlich wie im Video scharrte meine Liebste mit den Füssen, schließlich ist es ja „ihr“ Sessel, aber aus Rücksicht auf das Häufchen Elend, das da sass, zeigte sie ihr mitfühlendes Herz und ließ mich einfach nur da sitzen
. Herrlich!!!

Es war beinah wie Meditieren.

Erst liefen die Gedanken an Weihnachten, das Menü (das ich in der Regel zubereite), die Geschenke (ob sie sich wohl alle freuen?) mit völlig abstrusem Zeug um die Wette, (Ich weiss wirklich nicht, in welcher Schublade ich das in meinem kopf wohl vergessen haben musste,) Dann aber, nach einigen Minuten weiteren Starrens in die Orchideen, wurde es still. Ganz still
. Sicher, da waren bestimmt noch Gedanken, aber die waren mir plötzlich egal. Es war so befreiend. es wurde so ruhig. Und beinah vergass ich den Schnupfen und den Husten und auch das Pochen im Kopf. Ich habe keine Ahnung, wie lange ich da so saß. Ich kann mich aber noch an das Gefühl erinnern, das ich dabei hatte. Ich fühlte mich frei und entspannt, völlig losgelöst und im Frieden, sogar mit meiner sch*** Erkältung. Hast Du Töne?

Ja, nee, is klar. Ist jetzt natürlich keine Überraschung, denn schlussendlich war es ja doch Meditation, was da passiert ist. Was ich damit aber sagen möchte ist Folgendes:

Warte nicht, bis Dich eine Erkältung wieder mal dazu zwingt, Dich einfach mal nur hinzusetzen und nichts zu tun

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. Setz Dich hin, atme ein, atme aus, das reicht.

Das Wunder, was dabei ganz nebenbei geschah, ist das, dass sich mein „Kanal“ für die Energie der Raunächte ganz unbewusst geöffnet hat. Ich hatte wieder frei Sicht auf mich selbst. Die Eindrücke der folgenden Tage konnten so ungefiltert in mich einströmen und Gedankengänge auslösen, die dazu führen, dass ich das kommende Jahr zumindest im Groben ziemlich deutlich vor mir sehe.

Durch das „einfach nur so sitzen“ rutschen wir nämlich aus der Bewertung. Wir lassen Gedanken und Ideen zu, beobachten sie, lassen sie wie einen Film vor uns ablaufen. Unser Unterbewusstsein weiss dabei ganz genau, welchen Film es auf den Festplattenrekorder bei uns abspeichern muss und welchen nicht. Gibt man sich dann weiterhin der Rolle des Beobachters seiner selbst hin, dann können die Energien der Raunächte durchaus ihr Übriges dazu tun, das ganz neue Ansätze oder Projekte entstehen, es kann aber auch sein, dass Du Dich plötzlich von Dingen verabschiedest, oder sie auf Eis legst, die nicht mehr stimmig sind.

Ich bin kein Astrologe und ich gebe zu, meist ist mir egal, was mein Mars in den Fischen zu suchen hat oder warum sich meine Venus im Steinbock herumtreibt, aber ich vergleiche meine Beobachtungen hin und wieder ganz gern mit denen von anderen Autoren und siehe da: Dieses Jahr passt das wie die Faust aufs Auge. Ich bin so gespannt und in Vorfreude auf das kommende (Jahr), einfach nur schon, um zu sehen, ob sich meine Wahrnehmungen mit dem so ungefähr decken. Ihr werdet es ja – sofern Ihr meinem Blog treu bleibt – sicher mitbekommen, was sich bei mir so tut.

Für heute bleibt mir noch, Euch für Eure treue Leserschaft in diesem Jahr zu danken, Euch einen geschmeidigen und seidigen Rutsch ins neue Jahr zu wünschen und mich darauf zu freuen, Euch im nächsten Jahr wieder mit eine paar Gedanken zu spirituellem Punk zu versorgen.

Bis dahin, sitzt doch einfach mal nur…

Zeitqualität – Warum ich auf mein Herz höre



Wie geht’s Dir so momentan?
Ist Dir auch so nach Rückzug?
Möchtest Du vielleicht auch einfach nur die Ruhe genießen und daheim am warmen Ofen sitzen?

Winter am HilmteichMir geht’s so. Und ich habe mich wirklich gefragt, was mit mir los ist. Ich bin zwar auch sonst nicht jemand, der überall sein muss und sich fast schon zerreißen müsste, um überall zu sein, aber in den letzten Wochen ist es extrem.
Ich hab dieses dringende Bedürfnis nach Ruhe, nach Stille. Ich möchte mich auf mein Sofa setzen, die Seele baumeln lassen und eigentlich auch nicht mal groß reden. Das allerdings ist ein Bisschen schwierig, wenn man in einer Partnerschaft lebt.

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.

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. 😉
Ich fühle mich auch müde und in gewisser Weise erschöpft. So, als würde mir jetzt dann bald die Luft ausgehen.

Jetzt könnte man meinen, ich sei vielleicht der Winterdepression anheimgefallen oder mein Burnout flammt vielleicht wieder auf? Aber nein, das ist es nicht. Es ist etwas Anderes. Es ist etwas, was vor ein paar Tagen bei einem Vortrag von Daniela Hutter über die Raunächte einen Namen bekommen hat:

Es ist die Zeitqualität

Ob nun Punk oder nicht, ob Rock ‚n‘ Roll oder nicht, ich beschäftige mich nun ja schon ziemlich lange auch mit meiner eigenen Entwicklung. Und für mich bedeutet Entwicklung bekanntlich, dass ich mich aus dem kollektiven Wahnsinn, der uns täglich als Gesellschaft vorgekaut wird, heraus winde – eben um mich zu entwickeln. Und wenn ich so in mich hinein spüre, dann spüre ich nun über die Jahre immer mehr meine Verbindung zur Natur und ihren Abläufen.

Bitte versteh mich richtig, ich bin kein Baumknutscher und ich hab auch noch keinen Wal gerettet. Ich meine damit, dass da tief in mir diese Verbindung spürbar ist, die mich mich selbst als Teil des Ganzen begreifen lässt. Das ist ein Bisschen schwierig in Worte zu fassen, aber ich glaube, Du weißt schon, was ich meine. Diese Verbindung ist in den letzten Tagen so deutlich spürbar wie selten zuvor.

Nachdem ich dann von Daniela den Begriff der Zeitqualität gehört hatte sind so ein paar Puzzlesteine an ihren Platz gefallen. „Na klar!“, dachte ich, „Da draußen ist ja auch alles auf Rückzug programmiert.“

Die Natur zieht sich in sich zurück
. Alles wird still, kommt zur Ruhe, der Puls der Erde schlägt langsamer. Alles wirkt auf mich wie ein Turmspringer, der vor seinem großen Sprung ganz still wird, um dann tief Atem zu holen und den Sprung zu wagen.

Noch aber sind wir oben auf dem Sprungturm und bewegen uns auf den Rand zu. Noch beruhigt sich unser Herzschlag, wir blenden die anderen aus, sind ganz bei uns – wenn wir es zulassen!

Ich für mich habe beschlossen, es zuzulassen. Ich habe die meisten Veranstaltungen, die noch im Kalender standen gecancelt und widme mich nur noch denen, zu denen mein Herz „Ja!“ sagt
. Ich nehme mir diesen Raum, gebe mich dieser Zeitqualität hin, leiste keinen Widerstand sondern lass mich einhüllen von dieser Winterstarre, die mich auch still werden lässt, die mir Ruhe schenkt und die es mir möglich macht, Kräfte zu sammeln für die Zeit, wenn die Tage wieder länger werden und das Licht wieder kommt.

Die Samen für das neue Jahr sind gesät, was auch immer an Projekten wie ABOB, der Artusweg, oder die Seelenwanderungen in der Pipeline ist, darf dort wachsen, um dann 2015 voll durch die Decke zu gehen.

Gönn Du Dir doch auch die Zeit, spür mal in Dich hinein. Wie fühlst Du Dich?

Wenn wir alle lernen, mehr auf unsere innere Uhr zu hören, auf unsere Intuition und unseren Bauch, wenn wir lernen, die Zeitqualität zu erkennen und anzunehmen, dann brauchen wir auch keinen, der uns etwas über die Work-Life Balance oder über Stressbewältigung erzählt, wir spüren, was für uns gut und richtig ist. Alles, was wir dann noch brauchen, ist der Mut, dann auch nach Intuition zu leben, unabhängig davon, ob wir dafür bei anderen jetzt mehr oder weniger Verständnis ernten. Das sollten wir uns selbst schon Wert sein.

In diesem Sinne…

Hornhaut auf der Seele…


„Manche Menschen haben eben Hornhaut auf der Seele!“

Ich sass im Auto als ich diesen Spruch gehört hab und musste so lachen…

Die Geschichte dazu ist schnell erzählt:

Ich sass mit einer Bekannten im Auto, und wie das in Graz so ist, hier glaubt mancher, er lebt in Italien und verhält sich – zumindest im Strassenverkehr – auch genau so. Also geht dieser Typ vor uns über die Straße – ohne Zebrastreifen oder Ampel. Und eigentlich geht er nicht, er latscht. Dann sieht er uns. Aber nicht dass er sich dann womöglich beeilt, von der Strasse runter zu kommen, um für uns und die zig Autos hinter uns den Weg frei zu machen. Pustekuchen! Er geht noch einen Tick langsamer. Vermutlich hat er sich tierisch gefreut, den Verkehr aufgehalten zu haben.

Normalerweise ist mir sowas egal. Ich hab’s in der Regel auch nie eilig. Diesmal war ich allerdings ein Wenig im Stress. Ich war auf dem Weg zu meiner Ausstellung und irgendwie nervös. Also hab ich halt auch mal meinen Unmut geäußert. Wieso der Typ sich nicht einfach vertschüssen kann, hab ich gefragt, er sieht ja schließlich, dass er den ganzen Verkehr aufhält und ein Zebrastreifen ist ja schließlich nur 20 Meter weiter – inklusive Fussgängerampel… Grrrrr!

Tja und da bekam ich diesen Spruch zu hören: „Manche Menschen haben eben Hornhaut auf der Seele!“

Nun wäre ich nicht ich, wenn ich darüber nicht nur lachen, sondern auch nachdenken hätte müssen

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.

Ist das so? Und wenn ja, was ist das, was uns Menschen die Hornhaut auf der Seele wachsen lässt?

Ist unsere Welt so kalt geworden, so rauh und so schrecklich, dass wir sie brauchen, diese Hornhaut? Brauchen wir sie als Schutz, weil wir miteinander so lieblos umgehen? Hilft sie uns, unser Ego zum Einsatz kommen zu lassen, weil uns das das Gefühl gibt, auch mal „dran zu kommen“? Haben wir denn alle kein Herz? Was ist da bloss los mit uns, dass wir oft vergessen, Rücksicht zu nehmen, dass wir vergessen, mal über unsere eigene Nasenspitze hinaus zu schauen und zu sehen, dass da außer mir noch jemand ist? Spielen wir wirklich zu oft „kleines Weltall“?

Vielleicht fühlen wir uns von den herrschenden Verhältnissen so oft unterdrückt, fühlen uns vieleicht oft so machtlos gegen den ganzen Sch*** der um uns herum passiert, dass wir diesen EINEN Moment nutzen, um uns wirklich mal mächtig zu fühlen?! Einmal die Kontrolle haben, einmal am längeren Hebel sitzen, das wär doch was! Und wenn es sonst nicht klappt, dann halten wir eben den Verkehr mal kurz auf und haben unsere 15 Sekunden „Ruhm“!

Ich versteh das..

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. Wenn ich mich umsehe, wenn ich über Nachrichten stolpere, mit Freihandelsabkommen, Gengemüse, Chlorhühnchen, Chemtrails, Ebola….und den Lügen, die man uns darüber erzählt, dann überkommt mich auch ab und zu mal das Gefühl der Machtlosigkeit, des Frustes und der Verzweiflung. Dann möchte ich ganz laut „Ihr A****löcher!“ brüllen und mal so richtig, aber so richtig….  ach ich weiss auch nicht was, aber so richtig eben!

hornhautDann aber halte ich inne
. Dann erinnere ich mich an meine letzte Wanderung, an die Stille im Wald und an die Stille in mir
. Meditation ist mein Hornhauthobel für die Seele. In ihr erkenne ich mich wieder selbst, weiß, dass ich nicht machtlos bin. In der Meditation oder beim Wandern in den Wäldern wird mir wieder klar, wie sehr ich ein Teil von allem bin, untrennbar verbunden mit allem, was ist
. Mir wird klar, dass wir alle, wie dick unser Fell auch ist, wie fest wir die Augen auch zumachen und weiterschlafen wollen, dass wir alle ein Wunder sind.

Sterne mussten explodieren, Galaxien vergehen, damit die Elemente, die sich auf unserer Erde befinden, überhaupt hierher gelangen konnten. All die Elemente, aus denen wir bestehen. Es ist keine poetische Phrase, wenn ich sage, „wir bestehen alle aus Sternenstaub“ – es ist die Realität! Das Universum hat unglaubliche Anstrengungen unternommen, dass Du heute hier sitzen kannst, um diesen Artikel zu lesen. Allein Deine vielen Vorfahren, die sich begegnen mussten, damit Du eines Tages daraus hervorgehen kannst.

Wenn wir uns dessen öfter mal bewusst machen, vielleicht erkennen wir dann, dass über 7 Milliarden dieser Wunder um uns sind. Vielleicht erkennen wir, dass uns mit jedem, der uns begegnet ein Wunder begegnet. Und vielleicht schaffen wir es dann, unsere Hornhaut auf der Seele abzulegen?

In diesem Sinne…

Planet der Auserwählten


Bringer of LightPotzblitz, da wäre es doch beinah passiert! Fast hätte ich zu den Auserwählten gehört. Sowas aber auch. Dass ich das abgelehnt habe…

Wie das kam? Ach das war ganz einfach. Ein Bekannter hat erzählt, dass ein bekannter spiritueller Lehrer 450 Auserwählte sucht, mit denen er hier in Österreich (oder war’s nur die Steiermark?) ein „Lichtprojekt“ starten will – quasi eine Lichtsäule stellen (wofür eigentlich?) und es braucht 450 Menschen, die diese Lichtsäule stabilisieren. Er – der Lehrer – selber stellt auch hin und wieder eine, die bleibt aber dann für immer verankert. Nur wir kleinen Lichter, wir müssen schon zu 450 sein, sonst hält sie nicht. Selbstredend wären da schon noch Kurse zu absolvieren, Bücher & CDs zu kaufen, lalalala….

Ich will mich auch gar nicht darüber auslassen, wie doof ich das finde. Auch nicht, wie ich mich über so einen Schmafu aufregen könnte, nein, ist ja schließlich jedem sein Privatvergnügen und ich will auch nicht immer schimpfen. Für mich hat sich aber mal wieder die Frage gestellt, wie das nun ist, mit dem Auserwähltsein?!

Wer ist denn nun auserwählt? Wer bestimmt das?

Kommt da tatsächlich ein Licht vom Himmel und eine tiefe Stimme sagt zu mir: „Stefan Du alter Stänkerer, es braucht mehr Punk unter den Auserwählten; also leg los!“?
Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, aber wer weiß?!

Ich hab dazu ja meine eigene Theorie: Was, wenn wir selber entschieden, ob wir „auserwählt“ sind?
Ich mein, mal ehrlich, wer von denen, die wir so im allgemeinen als „auserwählt“ betrachten, hat das denn jemals von sich selbst gesagt? Selbst der liebe Herr Jesus hat das nie von sich behauptet, im Gegenteil
. Soweit ich weiß, wird ihm ein Zitat nachgesagt, in dem er sagt: „Wenn Du mich für etwas Besonderes hältst, hast Du mich nicht verstanden!“ – Wer Ohren hat zu hören, der höre, kann ich da nur sagen.

Ist es nicht immer wieder unser Ego, das von solchen Dingen wie Auserwähltsein angezogen wird. Verschafft es nicht einfach unserem Ego nur tiefe Befriedigung, wenn man uns sagt: Du bist auserwählt (sprich: Du bist was Besonderes, Du bist sooo toll, das haben sogar die Engel erkannt etc.pp.)?! Klar, es ist ja auch vielleicht öde, im Supermarkt an der Kasse zu sitzen oder im Autohaus Gebrauchtwagen zu verscherbeln
. Ein Bisschen was muss das Leben schon bieten. Und irgendwo tief in uns haben wir es doch schon immer gewusst, oder?!

Ich glaube, dass die wirklich Auserwählten sich nicht als solche betrachten. Ich glaube, sie verrichten ihre Arbeit, lehren ihre Lehren in Demut und in der festen Gewissheit, dass es richtig ist, was sie tun. Sie tun es meist in der Stille, sie sind lebende Beispiele und rücken sich nicht allzusehr ins Scheinwerferlicht.
Klar, heute heißt es „Bescheidenheit ist eine Zier, weiter kommt man ohne ihr…“ Und viele der sogenannten spirituellen Lehrer hauen dermassen auf den Putz! Was die nicht alles können! Karmaauflösung beim Spaziergang, Dich zum Engelmedium machen (musst halt das Kartenset und die Essenzen vorher kaufen) und, und, und..

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. Wow! Und jedes „Wunder“ wird dann, dank Social Media , dann auch medienwirksam vermarktet! Ich komm mir manchmal vor wie im wilden Westen, wo Quacksalber Pferdepisse als Wundermedizin verkauft haben.

Für mich steht fest:

Wir können alle auserwählt sein – oder eben nicht! Es geht darum, seinen göttlichen Kern (anzu-)erkennen. Wenn ich in mir wirkliche Selbsterkenntnis erreiche, wirklich erkenne, wer & was ich tatsächlich bin, dann bin ich auserwählt, denn dann schließt sich der Kreis. Wieso? Na wenn Du göttlichen Ursprungs bist und Gott sozusagen auserwählt, dann erwählen wir uns doch alle selbst, oder? Ein herrliches Bild: Ein ganzer Planet voller Auserwählter! Blöd nur, dass wenn alle auserwählt sind, so manche ihren VIP-Status verlieren. Potzblitz!

Medien: Geil?!


alienEigentlich hätte ich diesen Beitrag auch unter meiner Hauptseite „Lebe authentisch!“ posten können, aber da es um ein Thema geht, das doch eher im Esoterischen zu Hause ist, hab ich gedacht: Poste ich es hier.

Ich schreibe diesen Artikel aus aktuellem Anlass, weil mir die gleich geschilderte Geschichte so vorgestern passiert ist:

Ich war bei Facebook bei einer Gruppe, bei der sich Menschen austauschen, die sich für Sternengeborene halten, die Kontakt zu außerirdischen Zivilisationen zu unterhalten glauben oder, die sich schlicht – wie ich – dafür interessieren, ob es mehr da draußen gibt, als nur einen Haufen Sterne.

Meine Oma hat schon immer gesagt: „Der Garten Gottes bietet Platz für allerlei verschiedenes Getier, auch seltsames!“ Danke Oma, seit vorgestern kenn ich eins mehr!

In besagter Gruppe ist es wie in vielen esoterischen Foren, es wird gechannelt, was die Zirbeldrüse hergibt und jeder postet dann natürlich auch, was er/sie dann an Botschaften empfängt als die absolute Wahrheit. Kritik unerwünscht. Es wird wild ins Universum gehorcht, man ist der festen Überzeugung, dass die Stimme im Kopf ganz sicher auch von E.T. ist und nicht möglicherweise auch das Resultat eines zutiefst übersteigerten Egos oder die Projektion eigener Wunschvorstellungen – no way!

Lassen wir mal eben angeführte Möglichkeit beiseite und unterstellen wir mal wirklich, dass Kontakt zu E.T. oder anderen Wesen besteht, dann bleibt für mich doch immer noch die Frage offen, was für Wesen da gechannelt werden. Sind die uns denn wirklich tatsächlich alle wohlgesonnen? Kann es nicht vielleicht auch sein, dass sich ein paar sehr erdgebundene „Geister“ einen Spaß mit den jeweiligen „Medien“ machen und sie auf Deutsch gesagt verarschen?

Vorgestern gab wieder jemand sein sogenanntes „Channeling“ zum Besten, das wieder eine beliebig austauschbare Botschaft enthielt, die uns Menschen beruhigen will, dass die „bösen“ Kräfte der… (hier jetzt bitte eine beliebige Verschwörungstheorie einsetzen) zwar die letzten Kräfte mobilisiere, um die Menschheit endgültig zu unterjochen, aber Millionen galaktischer Helfer stünden parat, um eben dieses zu verhindern….blablabla…

Normalerweise lese ich sowas schon gar nicht mehr, aber warum auch immer, das hab ich gelesen. Kritisch wie ich nunmal bin, habe ich mir erlaubt, die Frage zu stellen, ob es denn nicht auch sein könne, dass diese Botschaft vielleicht von eben den „Bösen“ kommen könnte, die hier angeblich aufgehalten würden, und die uns Leser schlicht einlullen wollen, die Hände in den Schoß zu legen, brav alles abzunicken und alle lieb zu haben, damit alles beim Alten bleibt und weiter alles den Bach runter gehen kann? Seit ich diese Frage gepostet habe, weiß ich, was ein Shitstorm ist… Au weia!

Der Verfasser des „Channelings“ griff mich persönlich an, beschimpfte mich als miesepetrigen Idioten, der zu blöd sei, zu kapieren, dass man schlicht positiv denken und lieben müsse und dann wird schon alles gut. Aha! Na dann… Auf die Frage, ob sein unflätiges Benehmen und seine Beschimpfungen denn seiner Auffassung von „Liebe“ entsprächen, wurde ich dann blockiert. So viel dazu! Kritik ist eben unerwünscht.

Aber es sind solche Reaktionen, die für mich ganz klar bezeugen, dass hier mitnichten lichtvolle Wesenheiten ihre Finger im Spiel haben.

Seit über 20 jahren beschäftige ich mich nun schon mit solchen Themen und ich gebe offen zu, auch ich bin schon auf selbsternannte Medien und Sprachrohre der Esoszene hereingefallen, habe geglaubt, was mir vorgesetzt wurde, obwohl ich mich schon immer als einen kritischen Beobachter empfunden habe. Vor ca. zwei Jahren aber setzte bei mir ein Prozess ein, den ich ohne Weiteres als Erwachen bezeichnen würde. Dieser Prozess hat mich komplett zurück geworfen in die distanzierte Rolle des Beobachters. Und ich habe Folgendes dabei festgestellt:

Die Versprechungen und Ankündigungen, die von den meisten Medien schon seit über 30 Jahren propagiert werden, kann man doch inzwischen auf einige wenige Sätze zusammenfassen:

  • Du bist ein geistiges Wesen, das eine menschliche Erfahrung macht
  • Du bist unermesslich geliebt
  • Mach Dir keine Sorgen
  • Bleib in der Liebe, dann wirst Du von E.T., den Engeln, den Meistern oder wem auch immer bald gerettet.
  • Der „Aufstieg“ der Erde steht kurz bevor (immerhin schon seit über 30 Jahren. Vielleicht hab ich die falsche Vorstellung von „kurz“)
  • Der Himmel auf Erden steht kurz bevor (s.o.)
  • Wenn wir aufgestiegen sind, können wir wieder alles, wovon wir jeh geträumt haben…

Zusammenfassend: Sei brav, meditiere, leg die Hände in den Schoß und liebe, dann wird alles gut!

Gerechtfertigt wird das ganze dann natürlich – „the Secret“ sei Dank – mit dem Resonanzgesetz, nach dem ja genau das in Deinem Leben eintrifft, was Du denkst. Also bitte, bitte, konzentrier Dich auf das Schöne und Gute und den Frieden und die rosa Blümchen und die Seifenblasen…

An alle erfolglosen „Erfolgreich Wünscher“, „Beimuniversumbesteller“ und „Anziehungsgesetzesvertreter“: So läuft das nicht!

Unser Universum basiert auf Harmonie. Und die widerum basiert auf Ausgleich. Wenn wir vom Universum irgendwo etwas bekommen, muss an einer anderen Stelle auch Energie fließen, damit die Harmonie wieder hergestellt wird. Wenn bei uns das Auto, das Haus, der Wunschpartner oder auch nur ein Lutscher vor der Tür stehen oder liegen soll, muss vorher was passieren. Es muss ein Ausgleich her. Also Augen auf! Ohne Einsatz kein Gewinn!

Und so ist es auch mit einem etwaigen Aufstieg in die fünfte Dimension oder auch nur einer Veränderung unserer Gesellschaft, was ich schwer in Ordnung und notwendig finde. Ohne, dass wir uns nicht bewegen, ohne, dass wir uns nicht bereit zeigen, uns selbst zu verändern, passiert im Außen gar nichts. Nada! Da können wir jetzt gerne den berühmten und so oft strapazierten Satz zitieren: „Wie im Innen, also auch im Außen!“ Wenn wir einen Aufstieg wollen,  müssen erst einmal wir selbst „aufsteigen“. Wir müssen die Veränderung sein, die wir uns für diesen Planeten wünschen
. Dazu müssen wir aber den Finger aus dem Schwarzwald nehmen und ins Tun kommen. Nur „lieben“ ist zu wenig. Insbesondere, wenn diese Liebe dann nicht einmal dazu reicht, einen andersdenkenden Mitmenschen zu akzeptieren
. Wenn Frieden im Außen herrschen soll, müssen wir ihn in uns selbst finden. Das geht nur in den seltensten Fällen ohne ernsthafte Auseinandersetzung mit uns selbst ab.

Wer weiterhin seine Lebenszeit hier auf diesem Planeten dazu benutzen möchte, auf E.T. oder sonst wen zu warten, damit er/sie dann mit einem Raumschiff abgeholt werden möge, bitteschön, nichts dagegen. Aber wieso sollte eine hochentwickelte Zivilisation uns Menschen retten, wenn sie sehen, was wir mit unserem Heimatplaneten angestellt haben? Würden sie vielleicht nicht erst einmal abwarten und sehen, ob wir Menschen die Bereitschaft zeigen, uns zu ändern, an unserem Bewusstsein zu arbeiten? Sind nicht genau dazu die verschiedensten Lehrer über die Erde gewandelt? Und? Wo stehen wir? In der Warteposition auf E.T. oder packen wir’s an? Hören wir auf, immer beim anderen in der Nase zu popeln und setzen wir uns mit uns selbst auseinander? Wollen wir weiterhin auf das einlullende Gelaber selbsternannter „Sprachrohre“ hören oder benutzen wir unsere Ohren und hören wir selbst auf das, was in uns ist. Hören wir auf diesen Funken in uns, der uns sagt, dass wir alle Möglichkeiten in uns tragen? IN uns. Da kommt nichts von außen. Unsere eigene, persönliche Entwicklung ist entscheidend

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. Wir können das Zünglein an der Waage sein. Aber das müssen wir wollen. Dafür müssen wir aber die Verantwortung für uns selbst übernehmen, statt sie an Gurus oder Medien abzugeben.

Bedingungslose Liebe oder rosa Zuckerguss?



Also wie ist das jetzt mit der bedingungslosen Liebe?

In der spirituellen Szene und auch in den abgehobeneren esoterischen Gefilden wird sie oft propagiert und als Voraussetzung für ein ein erleuchtetes, erwachtes Leben angesehen.

Aber was ist denn bitte bedingungslose Liebe? Was bedeutet es, bedingungslos zu lieben?

Ist es bedingungslose Liebe, wenn ein Guru oder sogenannter Lehrer seine „Schülerin“ zum Sex verführen will und ihre Weigerung dann damit kommentiert, dass sie wohl nicht „in der Liebe“ sei?

Ist es bedingungslose Liebe, wenn ich stolzer Veganer bin, jedem erzähle, wie gewaltfrei doch mein Leben verläuft, weil ich jegliche tierische Produkte aus meinem Leben verbannt habe (schließlich ist ja „Vegan“ ein Lebensweg und keine Ernährungsweise), aber wehe ich begegne einem Fleischesser! Der wird dann mit Hasstiraden überzogen, als Mörder und Schlächter dargestellt, auf eine Stufe mit Hitler und Goebbels gestellt. Ist das bedingungslose Liebe?

Übrigens habe ich noch nie einen Fleischesser erlebt, der einen Veganer zur Sau gemacht hätte, bloß, weil dieser einen Salatkopf umgebracht hat…hmmm?!

Ist es bedingungslose Liebe, wenn ich als „Medium“ Menschen Botschaften der geistigen Welt überbringe, die die Zuhörer nicht befreien, sondern in tiefste Verstrickung mit dem Ego führen, weil sie ja schließlich eben vom Erzengel selbst gehört haben, wie wichtig sie sind und als Wächter und Priester über die Erde wachen und den Aufstieg einleiten? Da wird dann mit stolgeschwellter Brust die soeben gechannelte Botschaft verkündet und dabei mal eben kurz vergessen, dass wir im Herzen alle den selben göttlichen Funken in uns tragen – ALLE, ohne Ausnahme!

Ist es bedingungslose Liebe, wenn ich mich selbst immer wieder in Konflikte stürze, weil ich eben nicht so lieben kann, wie es die Szene offensichtlich von mir verlangt?

Ich könnte noch weit mehr Beispiele bringen, wie das Märchen von der bedingungslosen Liebe erzählt wird, um die Massen oder auch nur den Einzelnen zu manipulieren. Aber das tu ich nicht, sonst bekomm ich echt schlechte Laune! Und ich könnte so schon kotzen, wenn ich an die Sachen denke, die ich gerade aufgeschrieben habe. Das sind nämlich keine erfundenen, sondern real erlebte Geschichten

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Was Dir nicht alles erzählt wird, wie Du zu sein hast, auf Deinem spirituellen Weg… Am besten mutierst Du zum veganen Swinger, der irgendwann völlig verarmt (aber vielleicht ja glücklich?) unter der Brücke haust, weil Du Dein ganzes Vermögen Deinen Gurus in den gierigen Hals geworfen hat. Dann allerdings bist Du ganz sicher nicht mehr interessant für die „begingungslos Liebenden“, denn dann hast Du nichts mehr zu geben, was sie interessieren könnte
. Und wenn ich so etwas höre, erlebe oder lese, dann regt sich der Revolutionär in mir. Hier werden Ideen, Philosophien und echte, spirituelle Erfahrungen ad absurdum geführt, dass es kracht! Und diesen AbzockerInnen, ManipulatorInnen und Eso-FaschistInnen gehört das Handwerk gelegt! Sicher ist es nicht bedingunslos geliebt, wenn ich das sage

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. Und ja, ich weiß, jeder der zu solchen Vögeln marschiert braucht wahrscheinlich diese Erfahrung. Trotzdem würde ich den Opfern solcher Machenschaften so ab und zu wenigstens gerne ein Zitat von Rio Reiser zuflüstern: „Macht kaputt, was Euch kaputt macht“ Aber auch ich lerne, und so kann ich inzwischen (meistens) meinen Schnabel halten.

 

Beginnt bedingungslose Liebe nicht dort, wo ich anfange, mich selbst anzunehmen, mit all meinen Ecken und Kanten? Beginnt sie nicht dort, wo ich mein Gegenüber einfach annehmen kann wie es ist, ohne es zu bewerten?

Ich rede hier von annehmen, akzeptieren oder einfach nur SEIN lassen. Ich rede nicht von überschwänglichen Gefühlsausbrüchen, Umarmungen, betroffenem Minenspiel und verbalem Zuckerguss, der über Dir ausgeschüttet wird. Dieses Verhalten ist so authentisch wie das Zölibat eines kinderschändenden Priesters in der katholischen Kirche!

Für mich heißt bedingungslose Liebe in erster Linie mal eines: Neutralität! Das heißt, ich verlasse die Bewertungsebene, werde also wirklich erst einmal bedingungslos.

Wir sind alle göttliche Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen. OK, soweit, so klar. Aber das bedeutet eben, dass wir alle Menschen sind
. Und da wo Menschen sind, menschelt es eben auch. Seien wir doch ehrlich: Es gibt Leute, die können wir nicht leiden. Die sind uns unsympathisch, oder sie riechen vielleicht nicht immer gut, oder, oder, oder… Ist in diesem Fall der erste Schritt zur bedingungslosen Liebe nicht der, diese Menschen einfach so sein zu lassen, wie sie sind? Sie sind, wie sie sind – basta! Das muss mir ja nicht gefallen, aber ich muss sie ja auch deswegen nicht verurteilen. Möglicherweise öffnet uns das auch Türen zu ganz anderen Erfahrungen?

Wenn ich früher mit aufgestellten Haaren, bewaafnet mit Sicherheitsnadeln am Rever und einer Rasierklinge am Ohr unterwegs war, haben sich die Leute immer so lange entsetzt weggedreht, bis sie gemerkt haben, dass ich durchaus freundlich sein kann – wenn man mich lässt! 😉

Nach meiner persönlichen Erfahrung ist die objektlose Liebe (also die griechische Agape) viel näher an der Maxime der bedingungslosen Liebe dran als all das Umarmen und Wir-haben-uns-alle-so-lieb-Getue.

Wenn wir davon ausgehen, dass wir alle in uns einen Funken der großen Quelle tragen, die man „Gott“ nennen könnte, und wenn weiterführend „Gott“ tatsächlich die Liebe ist, dann glaube ich, dass Gott einfach liebt – einfach, im Sinne von objektlos/bedingungslos, frei, Agape eben
.

Vielleicht haben wir uns ja auch bei allen unseren spirituellen Verrenkungen auch nur wieder einen Übersetungsfehler eingefangen und bedingungslos hätte auch mit „objektlos“ übersetzt werden können? Wer weiß das heute schon? Und wenn wir uns Agape – der Liebe ohne Objekt – hingeben, bringen wir dann nicht sowieso automatisch jedem, dem wir begegnen bedingunslose Liebe entgegen?

Moment mal!


Ich hör Euch schon unken, hör Euch schon rufen: Nestbeschmutzer! Ich kann das Kopfschütteln einiger von Euch förmlich vor mir sehen, wenn Ihr das lest.

Was soll bitte das bedeuten: Spiritualität ist Punk?!

Was haben anarchistisches, revolutionäres Gedankengut, verrückte Menschen und wilde Musik bitte mit Spiritualität zu tun?

Meine Antowrt: ALLES!

Dieses Blogweird widme ich all denjenigen, die von Licht & Liebe-Gelaber die Schnauze voll  haben
. Ich widme ihn all denjenigen, die sich nicht unter der rosaroten Zuckergussdecke von esoterischem Blabla verstecken wollen, all denjenigen, die wissen, dass man sich für seine eigene spirituelle Entwicklung ab und zu auch mal den Allerwertesten aufreißen muss

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. Ich widme ihn denjenigen, die sich nicht zu fein sind, an sich auch wirklich zu arbeiten und die nicht darauf warten, dass ein Engelein herbeigeflogen kommt und das Blockädchen löst.

Ich widme dieses Blog denjenigen, die wissen, dass es hart sein kann, inneren Frieden zu finden, die aber auch wissen, dass sie ihn in sich suchen müssen.

Ich widme es allen Revolutionären, die mit dem Herz auf der Zunge nicht Wasser predigen und Wein saufen, sondern als lebendiges Beispiel für Veränderung stehen, egal, woher sie kommen und welche Ausbildung sie genossen haben
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Ich widme es dem Rocker, der einer älteren Dame über die Strasse hilft, dem Punk, der gegen Fschismus friedlich demonstriert, aber auch dem Nachrichtenkorrespondent, der wirklich die Wahrheit berichtet und sich nicht zensieren lässt.

Ich könnte dieses Reihe an Widmungen noch viel länger fortsetzen, schlussendlich aber widme ich dieses Blog DIR! Ich widme es Dir, der/die sich entwickeln möchte, der/die sehen möchte, hören möchte und der/die dazu beitragen möchte, dass der innere Frieden nach außen dringt, der/die Du ein Licht und ein Leuchtturm sein möchtest, an dem Dein Nachbar sich ausrichten kann, wenn seine Welt mal aus den Fugen gerät.